Die Ausstellung

In diesem Jahr jährt sich der Fall der innerdeutschen Mauer zum 25. Mal. Aus diesem Anlaß möchte die Zionskirche Berlin-Mitte sich ihrer eigenen bedeutungsvollen Geschichte stellen und die Ausstellung Radikal persönlich vom 31. Oktober bis zum 30. November 2014 zeigen.

Den Kern der Ausstellung bilden die schwarz-weiß-Fotografien von Ann-Christine Jansson. Die schwedische Fotografin lebte bereits in den 80er Jahren in Westberlin. Ohne ihren Beruf zu verraten, ist sie oft über die Grenze gegangen, hat an vielen Treffen und Demonstrationen der ostdeutschen Opposition unerkannt teilgenommen und fotografiert. Diese Bilder wurden in Zeitungen und Zeitschriften in ganz Europa verbreitet. Um später weiter in die damalige DDR einreisen zu können, wurden diese Fotos ohne ihren Namen publiziert.

Übersicht über die Fotografien und erläuternde Texte

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Die Ausstellung zeigt die Ereignisse Anfang 1980er Jahre bis zum Fall der Mauer am 9. November 1989 – aber nicht durch die allseits bekannten Fotos von Großdemonstrationen oder Menschenmassen an der Mauer.

In Ostberlin kam Ann-Christine Jansson in Kontakt mit den ‘Aktivisten’ der Umwelt-Bibliothek, die in diesen Jahren in den Kellern der Zionsgemeinde Raum gefunden hatten. Von dort aus verbreiteten sich halblegale Schriften, wie die Umweltblätter, im ganzen Land. Ann-Christine Jansson hat in ihren eindrucksvollen Bildern Stimmungen, Gefühlszustände und Empfindungen festgehalten, denen es neben einem hohem dokumentarischen Wert noch heute gelingt, etwas von der Atmosphäre jener Zeit zu vermitteln.

Durch Hintergrundinformationen, Interviews mit Zeitzeugen, Befragung der Fotografin zur Entstehungsgeschichte einzelner Fotos soll die Ausstellung nicht nur Erinnerungen bei denjenigen Generationen wecken, die in und mit dieser Zeit großgeworden und „gewachsen“ sind, sondern auch der Nachwendegeneration eine Vorstellung davon vermitteln, was es bedeutete, in einem Überwachungsstaat zu leben, Nischen und Schutzräume zu suchen und diese oftmals im kirchlichen Raum zu finden. Die Ausstellung erzählt von ganz persönlichen Versuchen der Menschen, sich einem totalitären System zu widersetzen. Sie berichtet von selbst geschaffenen Frei- und Widerstandsräumen, wie der Umweltbibliothek und dem Hinterhof im Prenzlauer Berg. Die Fotos von Ann-Christine Jansson zeigen aber auch immer etwas von der Angst der Menschen, von der Staatssicherheit während ihrer Aktionen entdeckt zu werden. Dass es sich dabei um eine reale Angst handelte, zeigt der Abschnitt „Überwachung durch die Staatssicherheit“.

Durch den Einsatz audiovisueller Medien und dem narrativen Charakter der Ausstellung mit originalen Exponaten will Radikal Persönlich auch für Schülergruppen den Blick für diese Zeit schärfen. Nicht zuletzt soll ein Betrag geleistet werden, das Wissen der Jugend über diese bewegte und bewegende Zeit zu vertiefen.

Ausstellungseröffnung
31. Oktober 2014, um 17.00 Uhr
auf der Empore der Zionskirche

Es sprechen:
Ulrike Poppe, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der SED-Diktatur, und Bischof Dr. Markus Dröge.
18.00  Uhr Festgottesdienst der Landeskirche zum Reformationstag mit Bischof Dr. Markus Dröge
Musik: Warnfried Altmann (Saxophon)

Logo Monat der Fotografie OFF
Die Ausstellung nimmt teil am Monat OFF der Fotografie in Berlin.